SPD will Parks deutlich aufwerten

Nordfriesland Tageblatt – 10. September 2019
Hagen Wohlfahrt

Die Fraktion hat ein Nutzungskonzept erarbeitet, das sämtliche Niebüller Grünanlagen einschließt

An diesem Dienstag treffen sich Stadtvertreter, Bürgermeister und Vertreter verschiedener Institutionen, um über die Zukunft der Wehle zu diskutieren. Der Gesprächskreis war in der StadtvertreterSitzung unmittelbar vor den Sommerferien auf Vorschlag von Bürgermeister Wilfried Bockholt vereinbart worden, nachdem aufgrund diverser Probleme rund um das beliebte Badegewässer der Bedarf dafür deutlich geworden war.

Die SPDFraktion hat sich schon umfassend darüber Gedanken gemacht. Doch ihr Parknutzungskonzept, das sie jüngst Pressevertretern vorstellte, beschränkt sich längst nicht nur auf den Wehlenpark. Es ist weitaus umfassender, schließt quasi sämtliche Grünanlagen der Stadt ein, darunter neben Wehlen- auch Marschen-, Malmesbury- und Stadtpark sowie Legerader Wald und den sogenannten „Ostringpark“, eigentlich eine ökologische Ausgleichsfläche.

Der ganz große Wurf für Niebüll?

„Wir wollen keine Einzelanträge stellen, die dann zeredet werden“, erläutert Holger Jessen, warum es ein Gesamtkonzept sein soll. Ist es der ganz große Wurf für die Stadt? Erst einmal müssen die Genossen die anderen Fraktionen in der Stadtvertretung überzeugen. „Einen Konsens werden wir nicht überall finden“, glaubt Hendrik SchwindHansen.

Niebüll macht sich mit seinen Parks auf den Weg zur erholsamen Stadtlandschaft, formuliert die SPD als Ziel. Dies soll durch eine Verbesserung der GrünflächenBeziehungen untereinander erreicht werden. Jessen spricht von einem „Brückenschlag“, also einer Verbindung der Parks, die ökologisch aufgewertet werden und jeweils einen Themenschwerpunkt haben sollen. Als Anziehungspunkte für Einheimische und Gäste fördern sie nach den SPDVorstellungen Naherholung, Gesundheit und Begegnung und steigern die touristische Bedeutung.

Lösung für das VandalismusProblem

So soll an der Wehle etwa eine attraktive Gastronomie entstehen. Dem VandalismusProblem will die SPD unter anderem mit Wohnpräsenz begegnen. Sie kann sich dort eine Pächterwohnung ebenso vorstellen wie Ferienhütten oder einige WohnmobilStellplätze. Einen richtigen Reisemobilhafen sieht die Fraktion dagegen am Marschenpark.

Der Legerader Wald eignet sich nach Dafürhalten der Sozialdemokraten für FitnessAngebote, außerdem bringen sie einen Ruheforst ins Spiel. Einzig im Stadtpark gebe es kaum Handlungsbedarf. Dieser werde durch die Stadtgärtner „vorbildlich gepflegt“.

Einen Zeitplan für die Umsetzung der zahlreichen Ideen hat die SPD nicht präsentiert, es ist wohl eher ein mittel- bis langfristiges Vorhaben und keines, das in einem Rutsch realisiert werden soll. „Jedes Jahr ein bisschen“, lautet SchwindHansens Formel.

Was das Ganze kosten soll, liegt noch nicht einmal im Ungefähren. „Kosten interessieren uns nicht“, sagt Holger Jessen, teils ernst, teils mit einem Augenzwinkern. „Niebüll hat ja einen verhältnismäßig wohlhabenden Haushalt“, sagt der Vorsitzende des Bau- und Verkehrsausschusses.

© SHZ
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