Tiny-House-Bewegung

Für uns gibt es nicht nur den einen richtigen Weg zu mehr bezahlbarem Mietwohnraum und Wohneigentum. Uns ist jeder Weg dorthin immer nur recht. 
Einen interessanten Weg geht die Tiny-House-Bewegung. Diese transportablen Kleinsthäuser bieten den Komfort größerer Häuser, benötigen nur wenig Fläche, wenig Baustoffeinsatz und wenig Energie. Nachhaltiger geht es kaum. Das kann doch eine Lösung für viele sein, vielleicht auch nur auf Zeit oder in jüngeren Jahren.

Deshalb wird die SPD Niebüll nach den Sommerferien im Naturkundemuseum einen Tiny-House-Workshop veranstalten. Dort wollen wir Interessierte, Grundstückseigner, Investoren, Handwerker und Planer zusammenbringen, die der Tiny-House-Idee etwas abgewinnen können und sie für Niebüll weiter voranbringen wollen. Schon heute freuen wir uns auf viele Teilnehmer*innen.

Eine schönes Beispiel mit vielen Informationen über Tiny Houses:

https://www.tinyhousevillage.de/

Foto: © Dirk Messberger – Studio Messberger, Nürnberg

Wohnpark für „Tiny Houses“ in Niebüll

Auf der Sitzung der Stadtvertretung Niebüll am 16. Mai 2019 hat die SPD-Fraktion den folgenden Antrag gestellt. Dieser wurde mit 8 Gegenstimmen der CDU bei 7 Ja-Stimmen und einer Enthaltung leider abgelehnt.

Beschlussvorschlag:
Die Stadtvertretung beschließt, die Verwaltung mit der Prüfung zu beauftragen, an welchen Stellen in unserer Stadt Flächen für kleinere Gruppen sog. „Tiny Houses“ geschaffen werden können. Insbesondere soll geprüft werden

  1. unter welchen Voraussetzungen ein Tiny-House-Wohnpark durch Umwidmung bzw. Umwandlung geeigneter bereits erschlossener oder mit vertretbarem Aufwand erschließbarer Flächen für eine kleinere Gruppe von Tiny Houses geschaffen werden kann.
  2. welche Vorgaben und Festsetzungen als Ergänzung in die Ortsgestaltungssatzung der Stadt Niebüll zur Reglementierung der Bauweise in einem Bebauungsplangebiet *(§30 Abs.1BauGb) für einen „Tiny-House-Wohnpark“ mindestens aufgenommen werden sollten.

Nach Prüfung und Vorstellung der Ergebnisse durch die Verwaltung sollen die Ergebnisse im Ausschuss für Bau und Verkehr beraten und eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen vorbereitet werden.

Die SPD-Fraktion möchte, dass in Niebüll mehr bezahlbarer Mietwohnraum entsteht. Zugleich soll aber auch Wohneigentum für mehr Menschen mit geringerem Haushaltseinkommen erschwinglich werden. Um hier alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können, sollen neben alternativen Wohnformen, wie sie heute mit den Stichworten Mikrolofts, Cluster-Wohnen, Wohngruppen, Wohnhöfe, Kleingruppen-Siedlungen etc. beschrieben werden, auch niederschwellige Wohneigentums-Formen gefördert werden. Hierzu bieten sich die sog. Tiny Houses an. Das sind transportable Minihäuser, max. 255 cm breit, 400 cm hoch und 3,5 t schwer, die auf einer Wohnfläche von bis zu 20 m² nahezu alles bieten, was man von größeren Häusern auch kennt: Küche, Bad, Schlafebene, Sitzbereich, Büroecke, Veranda, Sauna, Dachgarten etc. Ansehnliche Modelle kosten ab Werk ab ca. 40.000 €, können aber von handwerklich geschickten Menschen weitgehend auch in Eigenarbeit erstellt werden. Wegen des geringen Raumvolumens sind die Heiz- und Nebenkosten gering. Es gibt immer mehr Menschen, die sich für solche Tiny-Houses interessieren. Es laufen Fernsehsendungen darüber, man sieht sie auf Messen und findet sie auch schon im Versandhauskatalog. Die SPD Niebüll würde sich freuen, wenn Niebüll die erste Stadt wäre, die den Weg für einen „Tiny-House-Wohnpark“ frei macht, indem wir uns frühzeitig für eine Wohnvariante einsetzen, die für viele Menschen erschwinglich, aber auch qualitativ hochwertig und umfeld-/umweltverträglich ist.

Wir freuen uns, wenn wir mit diesem Antrag Aufgeschlossenheit für einen Weg zu einer noch jungen Wohnform erreichen können und bitten um Ihre Unterstützung.

Foto: © Studio Messberger, Nürnberg