Passen Mini-Häuser zu Niebüll

Nordfriesland Tageblatt – 23. Oktober 2019
Hagen Wohlfahrt

Unter dem Aspekt bezahlbarer Wohnraum hält die SPD die Errichtung sogenannter Tiny-Houses für sinnvoll / Workshop am Montag

Die SPD lässt nicht locker. Obwohl die Niebüller Genossen im Frühjahr mit einem Antrag in der Stadtvertretung abblitzten, stoßen sie die Debatte um alternative Wohnformen erneut an. Es geht im Grunde darum, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Tiny heißt winzig
Am kommenden Montag, 28. Oktober, veranstaltet die örtliche SPD im Naturkunde-Museum einen Tiny-House-Workshop. Hinter dem englischen Begriff (tiny heißt winzig) verbergen sich Mini-Häuser, die man am ehesten vielleicht mit Mobilheimen vergleichen kann. Mit Camping hat die Wohnform dennoch nichts zu tun.

Wohnen also auf engstem Raum, ohne auf etwas zu verzichten. Außer auf Platz natürlich. „Wir wollen Leute, die sich das vorstellen können, zusammenbringen“, sagt Hendrik Schwind-Hansen, SPD-Ortsvorsitzender und Fraktionsvize in der Stadtvertretung.

„Das wird ein kleiner Club von 30, 40 Leuten“, formuliert Kollege Holger Jessen seine Erwartung für den Workshop. Der Vorsitzende des Bauausschusses ist bei der Niebüller SPD derjenige, der sich am intensivsten mit dem Thema beschäftigt hat. Es gebe unterschiedliche Lebensformen, auch das Wohnen in einem Tiny-House gehöre dazu.

Idee von Wohnparks
„Das Entscheidende ist, dass Städte das erkennen und zulassen“, sagt Jessen. Das Problem sei vielerorts die Genehmigung dieser Bauform. Deshalb sind rechtliche Fragen auch ein Aspekt des Workshops.

Er kann sich ein speziell ausgewiesenes Gebiet, einen Wohnpark, vorstellen, wo die Mini-Häuser aufgestellt werden könnten. Klar sei nämlich: „Die passen nicht in ein Wohngebiet.“

Mit dem Verweis, dass die Häuschen erst gar nicht zu Niebüll passen, hatte eine Mehrheit in der Stadtvertretung das Ansinnen der SPD vor knapp einem halben Jahr abgelehnt.

Skeptiker überzeugen
„Das sehen wir anders“, sagt Hendrik Schwind-Hansen. Seine Hoffnung: Wenn die Skeptiker den Bedarf erkennen, werden sie ihre Einstellung womöglich noch einmal überdenken.

„Ich finde Tiny-Houses interessant“, sagt Bürgermeister Wilfried Bockholt. Für Einzelne, die so leben wollten, schränkt der Rathauschef ein. Stichwort: Heute hier, morgen da. Für massentauglich hält er sie nicht, daher sieht er auch keinen Zusammenhang zur Frage nach bezahlbarem Wohnraum. „Das ist nicht die Lösung für Wohnraumfragen insgesamt“, glaubt Bockholt.

Der Workshop im Naturkundemuseum am Montag, 28. Oktober, beginnt um 19 Uhr. Teilnehmen kann jedermann, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

© SHZ
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